Ausgangslage: die beiden Latexhälften liegen vor uns. Bei einer ist die Kante mit glatter Oberfläche mit Kleber bestrichen, bei der anderen die stumpfe Seite.
Wurde mit Klarsichfolie gearbeitet, ist diese an den nun zu klebenden Stellen zu entfernen. Sowohl Arbeitsplatte als auch die Finger sind frei von Puder, Fett oder Verunreinigungen.

 

Die glänzenden Seiten sind außen
Kleberichtung festlegen

Bei den ersten beiden Teilen hat man die Qual der Wahl. Wo fängt man an? Von oben oder unten? Ist das nicht egal? Theoretisch schon, allerdings hat Latex die großartige Eigenschaft dehnbar zu sehn. Legt man keine absolut geraden Latexteile aufeinander, sondern muss eine leichte Krümmung einarbeiten sind Verformungen (wenn auch gering) beim Klebevorgang kaum zu vermeiden.

Um das Stück nicht in den Müll werfen zu müssen, sollte man immer von der Innenseite eines Latexteils zur Außeseite kleben. Der Anfang wird meist sehr gleichmäßig, je länger eine Naht aber ist (bei langen Röcken mit Schleppe gerne auch knapp 1m), desto mehr weichen die Längen der beiden Teile ab. Arbeitete man zur Außenkante hin, kann man das überstehende Material zum Schluss noch etwas gerade schneiden. Das sollten keine 10 oder 20cm sein, stehen aber ein paar Millimeter über, ist das kein Problem.
Natürlich sollte das Gesamtbild stimmen. Wird auf der einen Seite des Oberteils mit dem Rollmesser nachkorrigiert sollte man auch prüfen wie es auf der anderen Seite aussieht.

 

 

Fügen der Latexteile
Je mehr Druck ausgeübt wird, desto fester die Verbindung

Zurück zur eigentlichen Naht: Man sollte stets so kleben, dass man auf die Außenseite (glatte Oberfläche) des Fertigungsstücks schaut. Vor allem hier sollten die Nähte sehr exakt – und kein überschüssiger Kleber zu sehen sein. Ist das auf der Innenseite der Fall, stört es deutlich weniger. Man beginnt an einer Seite und legt beide Teile vorsichtig(!) aufeinander. Der Rest des Teilstücks wird weiter in der Luft gehalten oder liegt etwas abgeklappt daneben.
Stück für Stück wird das Latexteil mit dem Finger weiter auf das untenliegende Teil gedrückt (oder vielmehr abgefahren) bis beide Teile bündig aufeinander liegen, ohne aufzudrücken.
Sollte doch etwas überschnüssiger Kleber zu sehen sein, kann dieser mit Lösungsmittel in 1-2 Zügen entfernt werden, ohne auf der Klebestelle herumzurubbeln.

 

 

 

 

Zugfestigkeit erhöhen
Die Zugfestigkeit ist schon nach wenigen Sekunden verblüffend

Nicht schlecht, aber die Zugbelastbarkeit ist noch nicht sehr hoch. Um die zu verbessern ist Druck notwendig. Nicht dauerhaft, dafür aber kurz und intensiv.
Mit den Fingern, dem Handballen oder einem Andrückroller geht man über die gesamte Naht um die beiden Teile miteinander zu verbinden. Bei Verwendung von Gummilösung ist eine erste zaghafte Anprobe schon jetzt möglich, sollte aber vermieden werden. Der Mensch ist ungeduldig 😉

Die endgültige Belastbarkeit der Nähte ist nach ca. 24h erreicht – ganz abhängig vom Kleber. Näheres dazu ist auf den Herstellerangaben zu finden.

 

 

 

 

 

 

Das fertige Stück
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