Die zu verwendenden Seite sind entscheidend

Das war ziemlich viel Vorbereitung, aber jetzt geht’s endlich in die Dreidimensionale.
Ganz wichtig beim Verkleben von Latex ist es die richtige Seite der Meterware zu wählen. Bei einem Tanktop oder Slip spielt das für die Schnittarbeiten noch keine große Rolle, da die Teile spiegelsymmetrisch sind. Darauf achten muss man jedoch bei z.B. Seitenteilen oder nicht symmetrischen Teilstücken.

Als Faustregel gilt: die glatte Seite ist immer außen! Der Grund ist schnell erklärt. Latexmode sollte immer eine perfekt glatte und glänzende Oberfläche haben. Das lässt sich natürlich mit einer ebenen Ausgangsfläche leichter erreichen als mit einer stumpfen.
Zur Orientierung sollten tatsächlich einmal Vorder- und Rückseite aufeinander gelegt werden um ein Bild davon zu bekommen welche Klebearbeiten „wo“ nötig sind.

Um die beiden Kanten miteinander zu verbinden wird weiterhin klar, dass die stumpfe Innenseite auf die glänzende Außenseite geklebt werden muss.
Wo aber fängt man an, da das Gesamtbild einheitlich werden sollte?
Auch hier ein Trick: Soweit nicht durch die Fertigung anders benötigt, sollte die Kleidung immer von „vorn nach hinten“ geklebt werden bzw. „von oben nach unten“.
Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Das Vorderteil von Slip oder Tanktop wird von außen AUF das Rückteil geklebt. Für die mechanische Belastung spielt das keine Rolle, wohl aber für den visuellen Effekt. Das Licht gleitet am Körper entlang und trifft so nicht auf eine starre Kante. Der Effekt eines nahtlos geschlossenen Kleidungsstücks wird verstärkt.

 

 

Vorder- und Rückseite

Genug der Theorie, jetzt wird geklebt!
Jedenfalls nach einem kurzen Vorbereitungsschritt. Reinigungsmittel & Abschminkpads zur Hand – zunächst einmal muss die Klebekante gesäubert werden.
Um auf die zunächst erläuterte Theorie zurückzukommen, wird das Vorderteil so vor uns gelegt, dass wir auf die stumpfe Innenseite schauen (d.h. linksrum). Beim Rückteil ist es genau anders herum: hier schaut uns jetzt die glatte Seite an auf die der Kleber aufgetragen wird.

 

Frisch aufgetragener Kleber wellt das Material

Anschließend werden die zu klebenden Außenkanten beider Teile gründlich mit den Pads und Spiritus gereinigt. Um etwas sparsamer mit den Verbrauchsmaterialien umzugehen können gerne beide Seiten der Pads genutzt werden.

Eine absolut saubere Naht ist essenziell für eine hohe Klebekraft!

Sind die leicht feuchten Stellen nach wenigen Sekunden getrocknet kann der Kleber aufgetragen werden. Ob nun Gummilösung oder Latexmilch ist von den eigenen Fähigkeiten bzw. der verwendeten Latexstärke abhängig. Bei beiden gilt aber: eine dünne, gleichmäßige Schicht ist das Ziel. Wird zu viel Kleber verwendet beeinträchtigt das den späteren Halt bzw. wellt sich das Latex bei Gummilösung stärker als es nötig wäre!

 

Frischhaltefolie verhindert ein Verschmutzen der Klebefläche

Zeit für eine kurze Pause. Je nach eingesetztem Kleber müssen die Lösungsmittel verdampfen, was einige Minuten in Anspruch nehmen kann. Dass die Klebestelle danach etwas stumpf aussieht und sich (zu) trocken anfühlt ist absolut in Ordnung.

Der Kleber ist aufgetragen und bereit. Sind wir es auch? Zur Sicherheit empfehle ich an dieser Stelle die Klarsichtfolie zu Hilfe zu nehmen. Man schneide lange, dünne Streifen und lege diese auf alle Klebestellen um sie ganz leicht(!) anzudrücken. Die Folie hilft die empfindlichen Stellen vor Schmutz und Puder/Talkum zu schützen.

 

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