Mit zahlreichen neuen Gesichtern, nach vielen vielen Anproben, der gesamten Showkonzeption und Vorbereitung, war es am vergangenen Samstag nun soweit: die Obsession Bizarr, das Fetischevent im Rahmen des Wave-Gothic-Treffens, hat stattgefunden – und zwar mit UNS!

Eine Latex-Fashion-Show bei der Obsession? Das hat man schon einmal gesehen. Darum wollten wir es etwas spezieller gestalten und haben der sonst vor allem dunklen und schwarzen Veranstaltung ein paar Farbtupfer gegeben. Eine der Zutaten waren die recht bunten Latexstücke. Mit einem türkis-weißen Yoga-Dress, ein orangenes Sommerkleidchen, ein transparent-lila/schwarzes Cocktailkleid, Kombinationen aus schwarzem Latex mit Spitzenstoff,… usw. waren wir allein schon dadurch ein Hingucker auf der Bühne.

Bei der immer gleichen Musik nur auf und ab zu laufen wäre jedoch etwas öde gewesen, wodurch die gesamte Show eine Mischung aus Catwalk und Musicalelementen war. Klingt etwas verrückt? Nun, das sollte bei den Leuten und Rahmenprogramm genau das Richtige sein…

Eine unserer Requisiten war ein weißer Sarg, wobei wir bis heute nicht wissen ob dieser schon in in Gebrauch war oder nicht. Die Nummer darin „72“ hat dies leider nicht verraten, lässt es aber vermuten.
Auf ging es also am Samstag Abend mit Sarg, Latexkleidung und vielen kleinen Details für die Show quer durch die Innenstadt von Leipzig. Der ein oder andere hat etwas schräg geschaut, was ein Sarg in einem Kleinwagen macht – aber so ist das nun mal…zum WGT.

Gegen 18:30 Uhr war auch schon ein Großteil der insgesamt 13-köpfigen Crew vor Ort. Die Proben schlossen sich kurz darauf an, wobei der/die ein oder andere hier zum ersten mal in Gänze mitbekommen hat wie der Ablauf überhaupt aussah. Dem zum Trotz, haben die knapp über 40min Testlauf auf der Bühne dennoch ausgereicht um für den Auftritt gut vorbereitet zu sein. Einen nicht unerheblichen Teil zum reibungslosen Ablauf der Proben hat dabei der liebe Max Rabenflügel beigetragen.
Alles andere hat das ein oder andere Gläschen Sekt erledigt und jede verbleibende Unsicherheit durch Selbstvertrauen ersetzt.

Natürlich blieben auch diverse Missgeschicke nicht aus, wobei sich diese eher auf den Backstagebereich beschränkten. Hauptattraktion war eine ca. 3m hohe Kunstpalme, die recht unverhofft in der Mitte locker war und das Ziel hatte uns zu treffen.
Mit ein paar Helfern gelang es uns das kiloschwere Dekostück zu halten und mit einem Seil zu befestigen um größere Unfälle zu vermeiden. Das Provisorium hielt dabei den ganzen Abend. Zum Glück.
Zum Auftritt ist weiterhin eine Tasche abhanden gekommen, die auch in den kommenden zwei Stunden nicht aufzufinden war. Leider war darin das Partyoutfit eines unserer Crewmitgliedern, wodurch sich eine langwierige Suche bei allen Garderoben, Infopunkten und Bars angeschlossen hat.
Am Ende hat diese eine andere Künstlerin versehentlich mitgenommen und sich tausendmal dafür entschuldigt.
Aber auch unser Sarg hat den Puls kurz nach oben schnellen lassen. Eben noch abgestellt, war das 2m lange Stück plötzlich weg und keiner hat ihn gesehen. Die Akteure wussten nichts, die Security war ahnungslos – einfach weg!
Erst als wir den Chef zu fassen bekommen haben, meinte der ganz selbstverständlich: „der Stand im Fluchtweg und ist jetzt im Hinterhof beim Schrottcontainer“. Dort hätten wir ihn nie gefunden…

Auch war bis zuletzt nicht klar, ob wir für die Show das entsprechende Licht und Nebel hatten. Erst zum Beginn um 23:00Uhr war klar – alles hat funktioniert.

Mit einem Friedhof als Hintergrundbild, schritten vier Mönche samt Sarg auf die Bühne und stellen diesen mit der darin befindlichen Leiche etwas schräg in der Mitte ab.
Nach kurzem Innehalten, kehrten auch die Trauergäste in recht unterschiedlichen Latexoutfits auf die Bühne und stellten sich zum Sarg, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.
Während dessen konnten die Stücke von jedem Einzelnen auf der Bühne präsentiert werden, um sich im Anschluss wieder bei der Gruppe der Trauernden einzufinden.
Nach. ca. 6 Minuten wechselte die Musik. Ein Herzschlag, Die Geliebte des Verstorbenen hört ihn mit einem Stethoskop ab – er scheint zu leben! Sie rammt ihm eine große Spritze in die Brust und der Leichnam reißt sich das Tuch vom Körper, steigt aus dem Sarg und die Musik aus der Rocky-Horror-Picture-Show „Timewarp“ ertönt.

In den nachfolgenden Minuten folge eine bunte Show aus Catwalk, Seifenblasen, Gummibärchen und Kondomen für die Menge, Luftschlangen und spontanen Tanzeinlagen zum Beat.
Während des Auftritts hat alles gut funktioniert und alle haben sich im Anschluss zufrieden und glücklich wieder im Backstagebereich eingefunden.
Latex-Musicalshow? Können wir jetzt 🙂

Nachdem sich alle aus den Latexoutfits geschält – und die Partygarderobe angezogen haben, ging der Abend noch sehr lange und für einige zwischen Bühne, Backstage, Darkroom und Tanzfläche noch bis in die frühen Morgenstunden.

In diesem Sinne möchte ich noch einmal allen Beteiligten für ihr Engagement, Zeit und Geduld weit vor – und während der Show danken. Dies richtet sich selbstverständlich auch an die Helferlein im Hintergrund, die in Sachen Organisation, Makeup, und als „tragende Kraft“ eine große Unterstützung waren.

Euer LATEXLUX-Team

Pictures by: Patrick Beerhorst – facebook.com/BeerhorstPhoto

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